Der ultimative strategische VG Vorbereitungs-Fragen Thread

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mod_allach
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Der ultimative strategische VG Vorbereitungs-Fragen Thread

Beitragvon mod_allach » 22.11.12 - 02:21

Hier nochmal einige Tipps zum VG
Nächste Montag kann das schon wichtig sein.
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Das erfolgreiche Vorstellungsgespräch

Das Vorstellungsgespräch ist ein Informationsgespräch für beide möglichen Vertragspartner.

Bitte sehen Sie in dem Gespräch kein Verhör, dass Sie “bestehen” müssen. Auch für Sie ist das Gespräch wichtig zur Entscheidungsfindung, ob Sie in dem Unternehmen arbeiten wollen und zur Einschätzung, ob Sie sich wohl fühlen werden.

Die Ziele eines Vorstellungsgespräches aus betrieblicher Sicht sind:

>> Ermittlung fehlender Angaben zur Person, zum Leistungsstand und zur Einsatzfähigkeit

>> den Bewerber in persona zu sehen, sich einen persönlichen Eindruck zu verschaffen über die äußere Erscheinung, Auftreten, Haltung, Bewegung, Manieren, Sprache usw.

>> einen Eindruck über wichtige Persönlichkeitswerte des Bewerbers zu gewinnen: Was sind seine Ansichten und Überzeugungen (immer im Hinblick auf die Arbeit), wie flexibel reagiert er (natürlich auch sie), wie ist die Leistungs- und ggf. Aufstiegsmotivation?

>> einen Hinweis über den Grad der Soziabilität zu bekommen: wird der Bewerber sich gut in die bestehende Arbeitsgruppe einordnen können?

>> Erwartungen und Zielvorstellungen des Bewerbers ermitteln

Schließlich kommt es darauf an, ein Bild des Bewerbers zu erhalten, das soweit wie möglich der Wirklichkeit entspricht. Dabei werden mündliche und schriftliche Angaben des Bewerbers miteinander verglichen.



Auch Sie können und sollten das Vorstellungsgespräch nutzen, um sich genauer zu informieren über z.B.:

die offene Stelle (Aufgaben, Vorgesetzte, Mitarbeiter/innen, Kollegen/innen, Einordnung der Stelle in der Firmenhierarchie, wer hat den Job vorher gemacht, was ist mit ihm/ihr passiert?

die Firma (Mitarbeiterzahl, Kantine etc.)

die Arbeitszeiten (fallen Überstunden an? Wie viele?)

Urlaub (wie viele Arbeitstage im Jahr, gibt es Betriebsferien zu festgelegten Zeiten?)

Verkneifen Sie sich aber auf jeden Fall Fragen zum Gehalt im ersten Gespräch! Es ist Sache des Arbeitgebers, Ihnen ein adäquates Angebot zu machen!

geben Sie nur Ihren Gehaltswunsch an, wenn man Sie fragt

fragen Sie in dem Fall zurück, ob Ihr Gehaltswunsch ungefähr in das
Gehaltsgefüge der Firma/Abteilung passt



Allgemeines Verhalten im Gespräch

- lassen Sie den Arbeitgeber das Gespräch führen

- warten Sie die Fragen ab und

- antworten Sie präzise, informativ und möglichst ohne Umschweife

- bleiben Sie freundlich aber bestimmt

- Ihre Informationen sollten verbindlich und ehrlich sein

- bleiben Sie möglichst ruhig und gelassen (Nervosität ist keine Schande und wird entsprechend der Situation sogar erwartet, aber warum sollten Sie sich aufregen? Je größer Ihre nervliche Anspannung ist, desto verkrampfter wirken Sie und desto weniger können Sie angemessen reagieren - atmen Sie ruhig durch, keiner will Ihnen etwas und wer weiß, vielleicht treffen Sie ausgesprochen sympathische und verständnisvolle Menschen?!



Outfit

Was ziehe ich an? - Eine Frage, die ganz und gar nicht lächerlich, sondern hier sogar ziemlich wichtig ist! Mein Tipp: Tragen Sie möglichst die Kleidung, die Sie auch auf Ihrem Bewerbungsfoto anhaben (Wiedererkennungswert) und/oder welche Sie später auch am Arbeitsplatz tragen werden.

Es gibt einige Standards , deren Berücksichtigung von Vorteil sein könnte:

für eher konservative Unternehmen (z.B. Banken, Versicherungen, Verwaltung etc.) empfiehlt sich auch eher konservative Kleidung - Anzug, Kostüm in gedeckten Farben

für Unternehmen der Bereiche Medien und/oder Marketing (Kreativ-Anspruch) empfehle ich sachliche, schlichte Kleidung in schwarz oder anthrazit - wichtig: gepaart mit ausgefallen Accessoires (z.B. große silberfarbene Ohrringe und vielleicht ein(!) Fingerring für Frauen oder eine extravagante Brille)

- für welche Abteilung haben Sie sich beworben?

- für den Außendienst: korrekte, eher modische Kleidung
- für die Buchhaltung: korrekte “Evergreens”, nicht zu modisch
- für den Empfang/Sekretariat: repräsentative Kleidung/
Gesamterscheinung, aber absolut seriös

immer erwünscht - hier können Sie nichts falsch machen:

gedeckte Farben (dklblau, dklgrün...) kombiniert mit frischen Tönen (weißes Hemd/Bluse, farbiger Schlips/Halstuch)

schlichte Eleganz der Kleidung/Gesamterscheinung

absolut tabu sind:

überwiegend rot, pink, gelb, alle Neonfarben
wildes Mustermix
alles zu Auffällige/Aufdringliche (riesige Krägen/viel Schmuck/zuviel Parfüm/Aftershave..)



Attraktivität und Karriere

Überdurchschnittlich gutes Aussehen kann im Vorstellungsgespräch und im Job zum Hemmschuh werden. Gemeinsam mit Bettina Blaß habe ich vor einigen Wochen hierzu einen Artikel bei T-Online veröffentlicht. Er beschreibt die wichtigsten Assoziationen und Vorurteile, die Ihnen aufgrund Ihres Aussehens begegnen können. Darüber hinaus erhalten Sie Tipps für eine optimale Selbstpräsentation.

Die wichtigsten Assoziationen/Vorurteile:

Lange Haare bei Männern
Was bei Frauen ein Schönheitsmerkmal ist, gilt noch lange nicht für Männer. Bei ihnen wirken lange Haare unseriös und sogar zwielichtig

Überflüssige Pfunde
Freundlich, bequem, anpassungsfähig, das denkt man von dickeren Leuten. Aber nicht, dass sie leistungsfähig sind, denn viele vermuten bei ihnen Gesundheitsprobleme. Den Molligen traut man keine Durchsetzungskraft zu.

Hohe Stimme
Wer eine hohe Stimme hat, klingt aufgeregt, nervös - und vor allem inkompetent. Dabei wird Frauen eine hohe Stimme noch eher verziehen als Männern.

Breite Schultern bei Männern
Sportlich und dynamisch kommen Männer mit breiten Schultern daher. Darum hält man sie für durchsetzungsfähig

Lange Haare bei Frauen
Frauen mit langen Haaren wirken fruchtbar und weiblich. Berufliche Kompetenzen verbindet man damit jedoch nicht.

Unreine Haut
Hautunreinheiten wirken ungepflegt und unreif. Wer sich nicht um sich selbst kümmert, kümmert sich womöglich auch nicht richtig um seine Arbeit. (das gilt natürlich nicht für Jugendliche)

Augenringe
Dunkle Ringe unter den Augen, das wirkt übernächtigt. Und wer sich die Nacht um die Ohren schlägt, ist nicht leistungsfähig.

Attraktivität allgemein
Mens sana in corpore sano - ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper. Schöne Menschen sehen gesund, intelligent und leistungsstark aus.

Große Menschen
Hoch gewachsenen Menschen sagt man gute Führungsqualitäten
nach.
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Die wichtigsten Fragen im Gespräch

Die größte Besorgnis vieler Bewerber liegt in der Unsicherheit, welche Fragen im Gespräch gestellt werden könnten. Dazu kommen eine Reihe falscher Vorstellungen über die Ziele dieser Fragen als auch erhebliche Vorurteile, welche die Unsicherheit weiter verschärfen. Ich gebe Ihnen hier einen kurzen Überblick, was imVorstellungsgespräch auf Sie zukommen kann und warum.



1. Fragen zur Person

Hierzu gehören:

Personalien (Name/Geburtsdatum etc.)

Familie (Familienstand, Anzahl, Alter der Kinder etc.)

sozialer Hintergrund (ggf. Eltern, Freunde, Hobbies, Beruf des Partners, Schulabschluss, Berufsausbildung, Berufsausübungen)

Auch wenn Sie im Lebenslauf sehr ausführlich und informativ waren, werden Ihnen Fragen zu Ihrer Person gestellt werden. Einmal, um die Angaben im Lebenslauf zu prüfen, zum anderen um Ergänzungen vornehmen zu können und zum dritten: weil der Gesprächspartner sein Wissen aktualisieren will (vielleicht hat er die Unterlagen nur flüchtig oder schon vor Wochen gelesen und kann sich nur ungenau erinnern, vielleicht hat er an dem Tag mehrere Gespräche und möchte Sie nicht verwechseln...)



2. Fragen zur fachlichen Qualifikation

zum Beispiel:

- Berufsausbildung/Studienschwerpunkte
- Berufstätigkeiten (Aufgaben + Verantwortlichkeiten)
- Dauer der Berufsausübung

Ihre fachliche Qualifikation ist ausgesprochen wichtig und kann den Unterlagen nur in begrenztem Maß entnommen werden. Im Gespräch haben Sie die Gelegenheit, genauer zu erklären, was Sie wann und wo gemacht haben, was Ihnen besonderen Spaß gemacht hat und welche Aufgaben Sie nur ungern erledigen. Fragen in diesem Bereich dienen in erster Linie zur Klärung, ob Sie die Anforderungen der offenen Stelle fachlich erfüllen können.



3. Fragen zur fachübergreifenden Qualifikation

zum Beispiel:

- Teamfähigkeit
- Führungsfähigkeiten
- Durchsetzungsfähigkeiten
- Weiterbildungswille
- Selbständigkeit u.v.m.

Hier wird es oft etwas schwierig, denn Ihre Antworten werden in der Regel interpretiert. Die Art und Weise, W I E Sie an Aufgaben herangehen, W I E Sie sich präsentieren und ausdrücken, W E L C H E N Gesamteindruck Sie hinterlassen, nimmt der Personalentscheider zum Anlass, Rückschlüsse auf Ihre Persönlichkeit zu ziehen.

Denn um nichts anderes geht es hier: sich einen Eindruck von Ihren (für die Stelle relevanten) Persönlichkeitseigenschaften zu verschaffen. Verfügt der Personalentscheider über genügend Erfahrung, Menschenkenntnis und psychologisches Hintergrundwissen, wird ihm eine halbwegs stimmige Einschätzung gelingen. Allerdings ist dieser Bereich auch derjenige, dem die höchste Fehlerquote (Fehleinschätzungen) zugeschrieben wird. Individuelle Erwartungshaltungen, Einstellungen, Vorurteile, und diverse andere Fehlerquellen haben einen großen Einfluss auf die Beurteilung. Als Bewerber haben Sie hier leider wenig Einfluss - selbst dem Personalentscheider sind viele seiner persönlichen Wertmaßstäbe völlig unbewusst. Nur absolute Profis, die sich der möglichen Fehlerquellen ständig bewusst sind und permanent versuchen dem entgegenzuwirken (z.B. auch durch Supervision) haben eine gute Chance, eine objektive und annähernd realitätsnahe Einschätzung zu machen. Wenn Sie also falsch eingeschätzt werden sollten, liegt das keineswegs an Ihnen! Ihr Verhalten in Zukunft zu verändern wäre völlig verkehrt, denn der nächste Personalentscheider hat wieder ganz andere Vorstellungen (die Sie nicht kennen können).

Das beste, was Sie machen können: Bleiben Sie sich treu! Vertrauen Sie auf die Fähigkeiten Ihres Gegenübers und vermeiden Sie jegliche Übertreibungen, die seine Beurteilung in eine bestimmte Richtung lenken sollen - das wird in jedem Fall bemerkt und zu Ihrem Nachteil ausgelegt.



4. Fragen zu Motivation und Erwartungen

zum Beispiel:

- warum wollen Sie die Stelle wechseln?
- warum möchten Sie ausgerechnet für uns arbeiten?
- was erwarten Sie von der Stelle bei uns?
- was wollen Sie verdienen?

Ziel dieser Fragen ist die gegenseitige Feststellung, ob Ihre Motivation und Ihre Erwartungen vom Unternehmen erfüllt bzw. umgesetzt werden können.

Ganz wichtig hier: Niemals, aber auch wirklich n i e m a l s wird schlecht über die letzten Beschäftigungsverhältnisse gesprochen!!
Egal, was Sie da mitgemacht haben, Ihr Blick ist auf die Zukunft und auf Ihre Weiterentwicklung gerichtet! Reden Sie negativ über Ihre vorherigen Arbeitgeber, setzen Sie sich selbst in ein schlechtes Licht. Zu Streit und Missverständnissen gehören immer zwei (ja, so wird das durchaus gesehen) und wer möchte schon mit jemandem zusammenarbeiten, der einen später unter Umständen “durch den Kakao zieht”?



5. Organisatorische Fragen

Zu diesen Fragen zählen Klärungen

- des frühestmöglichen Eintrittstermins
- von Urlaubsplanungen
- des Termins für die Entscheidungsmitteilung
- der bestmöglichen Erreichbarkeit (Telefon/Mail/Fax etc.)

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Jeder sollte hier im Thread seine erfolgreichen Tipps reinschreiben!

Das soll der ultimative VG Vorbereitung Thread werden.



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